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Hyposensibilisierung (Spezifische Immuntherapie - SIT)

Prinzip Für wen? Erfolg? Ablauf Hinweise
 
Was ist eine Hyposensibilisierung?

Die einzig kausale Therapie einer Allergie (d.h. eine Behandlung, die gegen die Ursachen der Erkrankung gerichtet ist) bietet die Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie = SIT) oder Allergieimpfung.
Hyposensibilisierung
Bei der Hyposensibilisierung wird die Reaktionsbereitschaft des Körpers auf ein Allergen vermindert. Er wird also auf das Allergen praktisch unempfindlich.
Das geschieht durch die regelmäßige Gabe eines Allergens in anfangs sehr niedrigen Konzentrationen, die langsam, schrittweise gesteigert werden. Das Allergen wird in kleiner Menge unter die Haut gespritzt.
Vorraussetzung ist eine zuverlässige Identifizierung desjenigen Allergens, welches die allergischen Symptome verursacht. Beschwerden sollen in mindestens 2 -3 aufeinangerfolgenden Jahren bestanden haben.

Die Behandlung wird in der Regel drei Jahre lang durchgeführt.
Speziell bei Allergien auf Frühblüher muss im Spätherbst bis Winter mit den Injektionen begonnen werden.
 
Für wen ist eine Hyposensibilisierung sinnvoll?

Allergische Reaktionen gegen Pollen (Heuschnupfen) stellen die klassische Indikation für eine Hyposensibilisierung dar. Problematisch ist die Tatsache, dass viele Patienten gegen mehrere Allergene sensibilisiert sind.
Sehr erfolgreich ist eine Therapie auch bei Bienen- und Wespengift und Hausstaubmilben.
Die absteigende Allergie, also die Einbeziehung der Lunge in das allergische Geschehen (z.B. Asthma) gilt ebenfalls als Indikation.
Aber auch bei alleinigem Heuschnupfen zeigt sich in Studien eine deutliche Reduktion der Heuschupfensymptomatik und Verminderung des Arzneimittelbedarfs.
Eine Hyposensibilisierungs kann die Entwicklung eines allergischen Asthmas aufhalten.
Da der Kontakt zu Tierhaaren oft vermeidbar ist, wird die Therapie gegen Tierhaare nur in Ausnahmefällen empfohlen.

 
Der Erfolg einer Hyposensibilisierung

Zirka 70 - 80 Prozent der Patienten werden bei korrekter Durchführung erfolgreich behandelt. "Erfolg" bedeutet eine deutlich erkennbare klinische Besserung bei deutlich reduzierten Medikamentenverbrauch.

Die ersten Besserungen können oftmals schon im ersten Behandlungsjahr verspürt werden.
Die erreichten Besserungen sind über mindestens fünf Jahre, häufig über Jahrzehnte anhaltend.

 
Der Ablauf einer Hyposensibilisierung

Man unterscheidet 3 Möglichkeiten zur Durchführung der Hyposensibilisierung:

1. Langzeittherapie
Hierbei wird das Allergen in wöchentlich steigender Dosierung unter die Haut (subcutan) des Oberarmes gespritzt.
Ist eine bestimmte indviduelle Dosis erreicht, verlängern sich die Abstände auf 4 bis 6 Wochen (Erhaltungstherapie). Zur Zeit des Pollenfluges wird die Dosis in der Regel zeitweilig reduziert.
Dauer: Meist drei aufeinanderfolgende Jahre.
Anmerkung: Die Therapie, die erfahrungsgemäß den besten Erfolg verspricht.

2. Kurzzeittherapie
Zirka 8 Wochen vor dem erwarteten Pollenflug wird das Allergen in wöchentlich steigender Dosierung unter die Haut (subcutan) des Oberarmes gespritzt. Dadurch hat sich der Körper bereits vor Beginn des Pollenfluges an das Allergen gewöhnt. Im nächsten Jahr wird die Therapie wiederholt.
Dauer: Meist drei bis fünf aufeinanderfolgende Jahre.
Anmerkung: Erfolg hängt vom Zeitpunkt des Therapiebeginns ab. Nicht so erfolgreich, wie eine Langzeittherapie. Weniger zeitaufwendig für den Patienten.

 
 
3. Orale Therapie
Das Allergen wird täglich in steigender Dosierung unter die Zunge (oral) getropft. Nach der Aufdosierung muss eine tägliche bis zweitägliche Erhaltungstherapie erfolgen.
Dauer: Meist drei bis fünf aufeinanderfolgende Jahre.
Anmerkung: Diese Therapieform ist in Deutschland nicht weit verbreitet, da die Erfolge bisher nicht überzeugten. Der Patient muß hierbei ganz besonders gewissenhaft mitarbeiten und darf die Einnahme der Tropfen nicht "vergessen". Eine Anwendung ist sinnvoll bei Kleinkindern (Datenlage aber noch nicht ausreichen) oder Menschen, die viel auf Reisen sind und bei denen ein Arztbesuch nicht möglich ist.

 
Hinweise zum Verhalten bei einer Hyposensibilisierung

Hier finden Sie Hinweise, wie Sie sich am Tage der Hyposensibilisierungs-Spritze verhalten sollen.
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