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Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom)


Eine Kehlkopfkrebs-Vorsorge können Sie in unserer HNO-Praxis durchführen lassen.
Vereinbaren Sie einfach einen Termin.

Definition Ursachen und Risikofaktoren Symptome Untersuchung Therapie Prognose Vorbeugung

Merke:
Je früher ein Kehlkopfkrebs erkannt wird, desto günstiger sind die Heilungschancen!

Bei einer jährlichen Vorsorgeuntersuchung durch den HNO-Arzt können bereits die symptomlosen Frühstadien des Kehlkopfkrebses erkannt werden und ggf. eine Therapie eingeleitet werden.

 
Definition

Der Kehlkopfkrebs ist ein bösartiger, metastasierende Tumor.
Man unterscheidet bezüglich der Lage zu den Stimmbändern 3 Gruppen: oberhalb der Stimmbänder (supraglottischer Tumor), unterhalb der Stimmbänder (subglottischer Tumor), sowie die am häufigsten vorkommenden eigentlichen Stimmbandtumoren (Glottistumor).

Häufigkeit:
Der Kehlkopfkrebs zählt mit einer jährlichen Häufigkeit von 7,9 (Männer) bzw. 0,6 (Frauen) je 100000 Einwohnen in Deutschland zu den häufigen Tumoren im Kopf-Hals-Bereich.

Das Alter der Patienten liegt zwischen dem 40sten und 70sten Lebensjahr. Es fällt jedoch eine Zunahme der Erkrankung bei Patienten jünger als 40 Jahre auf.

Etwa 30% der Tumoren sind auf die Supraglottis und 70 % auf Stimmlippenregion und "Transglottis" lokalisiert.
Regionale Metastasen bei Erstuntersuchung: Supraglottis 30 - 70 %, wobei in 15 % der Fälle beidseitig auftretend; Stimmlippenregion 4 %, "Transglottis" 30 - 40 %.
Fernmetastasen sind bei Erstuntersuchung sehr selten; im weiteren Krankheitsverlauf aber bis 10 %, vor allem in Lunge und Leber nachweisbar.

 
 
Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen für die Entstehung des Kehlkopfkrebses sind im Einzelnen noch nicht geklärt.
Man weiß heute jedoch, dass bestimmten äußeren Einflüssen eine wesentliche Bedeutung bei der Entstehung des Kehlkopfkrebses zukommt. Dazu gehört in erster Linie das Rauchen. Das Risiko an einem Kehlkopfkrebs zu erkranken, wird durch einen gleichzeitigen Alkoholkonsum noch verstärkt.

Teerstoffe, halogenierte Kohlenwasserstoffe sowie von Holzstäuben, wie sie z.B. bei Holzarbeiten entstehen, kann einen Kehlkopfkreb ebenfalls begünstigen.
Dies kann daher durchaus zur Anerkennung als Berufskrankheit führen.

Überdurchschnittlich häufig tritt der Mundhöhlenkrebs bei Patienten auf, die gleichzeitig eine Lebererkrankung (Leberzirrhose), chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder eine Herz-Kreislauferkrankung haben.

Risikofaktoren:
- Kehlkopfkrebs in der Familie
- Rauchen
- Alkohol
- chronische Kehlkopfentzündungen
- häufige Heiserkeit (Heiserkeit länger als 2 Wochen)
- Arbeit mit Holsstäuben, Teerstoffen oder halogenisierten Kohlenwasserstoffen
- chronische Erkrankungen wie Lebererkrankung, Lungenerkrankung, Herz-Kreislauferkrankung

 
Symptome

Das klassische Erstsymptom, der Stimmlippenkarzinome ist die Heiserkeit.

MERKE: bei einer Heiserkeit, die länger als 2 Wochen andauert, sollten Sie zum HNO-Arzt gehen!

Mit zunehmender Tumorgröße klagen die Patienten über Schmerzen beim Schlucken, die bis ins Ohr ausstrahlen können. Auch können ein Fremdkörpergefühl im Hals, Luftnot sowie blutiger Auswurf auftreten.
Wenn bereits Lymphknotenmetastasen vorhanden sind, werden diese als derbe, wenig schmerzhafte Schwellung am Hals tastbar sein.

 
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Untersuchungen

EMPFEHLUNG:
Lassen Sie jährlich einmal Ihren Kehlkopf im Rahmen der Krebsvorsorge untersuchen!
Diese Investition lohnt sich auf jeden Fall!
Je früher ein Kehlkopfkarzinom erkannt wird, desto leichter und sicherer die Therapie!

Notwendig
  • Palpation der Halsweichteile (Lymphknotenmetastasen, Tumordurchbruch).
  • HNO-ärztliche Untersuchung
  • Lupenlaryngoskopie zur Bestimmung der Tumorausdehnung und Stimmlippenbeweglichkeit)
  • Ultraschall der Halsweichteile zum Ausschluss regionaler Metastasen

    Bei Verdacht auf ein Larynxkarzinom zusätzlich:
  • Röntgen: Thorax
  • Direkte Betrachtung des Kehlkopfes (Laryngoskopie/Mikrolaryngoskopie) zur Beurteilung der Tumorausdehnung und Infiltration in die Umgebungsstrukturen
  • Panendokopie (Ausschluß eines gleichzeitig vorhandenen Zweitkarzinoms)
  • Probeentnahme (Biopsie)

Im Einzelfall können nützlich sein

  • Stroboskopie zur Beurteilung der Stimmlippenbeweglichkeit
  • CT/MRT: Kehlkopf, Hals (Tumorausdehnung, Tumordurchbruch, Metastasen)
  • Interdisziplinäre Untersuchungen: Tumorstaging (z. B. CT Thorax, Ultraschall Abdomen)
Kehlkopfkrebs
Stimmlippenkarzinom auf eine Seite begrenzt
1 normale Stimmlippe
2 Eingang zur Luftröhre
3 Karzinom der Stimmlippe
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Therapie

MERKE: Je früher ein Larynxkarzinom erkannt wird und je kleiner es zum Zeitpunkt der Diagnosestellung ist, um so besser sind die Aussichten, die Erkrankung unter Erhaltung des Kehlkopfes und der Stimme zur vollständigen Ausheilung zu bringen.

In frühen Stadien können Larynxkarzinome der Stimmlippen und der Supraglottis örtlich entfernt oder mit Techniken der Teilentfernung des Kehlkopfes beherrscht werden.
Dazu wird meist der Laser verwendet.
Hierdurch wird der Kehlkopf erhalten. 100% der operierten Patienten leben nach 5 Jahren (5-Jahres-Überlebensrate: 100%).

Bei fortgeschrittenem Tumor ist eine Entfernung der Kehlkopf in den meisten Fällen unumgänglich. Dabei wird ein Tracheostoma angelegt (Anlegen eines Loches im vorderen Hals als Eingang zur Luftröhre für die Sicherung der Atemfunktion)
Gleichzeitig werden die Lymphknoten des Halses vollständig oder teilweise entfernt (Neck dissektion).

Oft schließt sich eine postoperative Bestrahlung (Radiatio), meist in Kombination mit einer Chemotherapie (kombinierte Radio-Chemotherapie) an.

Besteht nicht mehr die Möglichkeit zu einer Operation, da der Tumor zu groß ist, oder der Patient eine Operation verweigert, erfolgt eine primäre Radio-Chemotherpie.

 
 
 
 
Die Folgen:

Die Entfernung des Kehlkopfes stellt für alle Betroffenen ein schlimmes Ereignis dar.
Um überhaupt sprechen zu können, muss eine Ersatzstimme (z.B. Ructus-Stimme) erlernt werden oder eine Stimmprothese implantiert werden. Auch die Verwendung einer elektronischen Sprechhilfe ist möglich.

Die Konsequenzen der Laryngektomie durch die merkliche Einschränkung des Geruchs- und Geschmacksempfindens können im Vorfeld nur schwer vermittelt werden. Durch das Fehlen der Filter-, Erwärmungs-, Ventil- und Befeuchtungsfunktion des oberen Atemtraktes (Nase, Rachen) ist der Larynektomierte in seinem Lebensraum eingeschränkt.
Darüber hinaus empfinden viele Patienten das Tracheostoma und die Kehlkopflosigkeit anfangs als Beschneidung ihrer gesellschftlichen Integration.

Hilfe erhalten die Betroffenen vor allem durch die Kehlkopflosen-Verbände.

 
Prognose

Bei kleinen Stimmlippentumoren erreicht man mit der adäquaten Therapie eine 5-Jahres-Überlebensrate von mehr als 90%, bei großen Karzinomen des Stadiums T4 nur noch unter 50%.
Supraglottische Karzinome werden aufgrund der geringen Beschwerden oft erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. Folglich ist die Prognose hier schlechter.

 
 
Vorbeugung

Vorbeugen kann man mit einer jährlichen Untersuchung des Kehlkopfes beim HNO-Arzt.
Eine Heiserkeit, die länger als 2 Wochen dauert, sollte Sie Veranlassen, zum HNO-Arzt zu gehen.

Eine Untersuchung ist auch bei Schluckstörungen, Engegefühl im Hals, Atembeschwerden oder Knotenbildungen im Halsbereich angezeigt.

Eine regelmäßige Kontrolle ist vor allem bei Patienten mit folgenden Krankheiten wichtig:
- chronischen Kehlkopfentzündung
- am Kehlkopf wurde schon einmal operiert
- bei Rauchern oder bei Alkoholgenuss - bei Lebererkrankungen
- bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung
- bei Herz-Kreislauf-Erkrankung

Eine wichtige Rolle für die Entstehung von Kehlkopfkrebs scheint das Rauchen und übermäßiger Alkoholgenuss zu spielen. Folglich sollte man mit Rauchen aufhören.

 
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